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Der Freizeitverkehr am Hafen als Herausforderung für die Verkehrsplanung

 

(aus: Seeblick vom 27. September 2013)

 

Der Bodensee im Allgemeinen und der Hafen im Speziellen sind besondere Anziehungspunkte für die Bevölkerung. Die einen kommen zu Fuss, die anderen mit dem Auto oder Velo oder sonst einem Fortbewegungsmittel. Dabei unterscheiden sich die gefahrenen Tempi der Verkehrsteilnehmenden sehr stark, selbst innerhalb einer Verkehrsart. So sind beispielsweise bei den Velofahrerinnen und Velofahrern bis fünffache Geschwindigkeitsunterschiede feststellbar (z. B. von 7 bis 35 km/h). In einem Gebiet mit Tempo 50 ist zwischen Fussgängern und Autos sogar ein zehnfacher Geschwindigkeitsunterschied üblich. Das ist der Grund, weshalb der Fuss- und Autoverkehr häufig entflochten wird durch Trottoirs.

 

Solche Entflechtungen von Fuss- und Autoverkehr mittels Trottoirs sind in Innenstadtbereichen mit publikumsintensiven Nutzungen häufig weder zweckmässig noch fördern sie die Aufenthaltsqualität. Daher wurden beim Bahnhof und im mittleren Teil der Alleestrasse Begegnungszonen mit einer maximal zulässigen Geschwindigkeit von 20 Kilometern pro Stunde geschaffen – notabene ohne Trottoirs mit Randsteinen.

 

Am Hafen ist die Situation insofern anders, als die Besucherinnen und Besucher bei guter Witterung oder attraktiven Veranstaltungen in hoher Anzahl kommen. Ein Teil davon bewegt sich mit dem Auto zum Hafen und sucht dort so nah am Zielort wie möglich einen Parkplatz. Der Suchverkehr sowie das von vielen als unnötig wahrnehmbare «Cruisen und Posen» mit Fahrzeugen aller Art beeinträchtigen allerdings die Aufenthaltsqualität am See merklich.

 

Zur Entflechtung des Verkehrs am See soll gemäss kantonalem Richtplan sowohl innerhalb des Langsamverkehrs (Fuss- und Veloverkehr sowie Skaten) als auch zwischen motorisiertem und Langsamverkehr getrennt werden. Diese Aufgabe wird nun mit der Revision des kommunalen Richtplans sowie einem Betriebs- und Gestaltungskonzept im Bereich Bankstrasse – Untere Hafenstrasse angegangen. Die Stabsstelle Stadtentwicklung arbeitet hier eng mit der Abteilung Bau und Verkehr sowie der Verkehrskommission zusammen.

 

 

Nina Stieger, Stadtentwicklerin in Romanshorn