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Es führen viele Wege zum See

 

(aus: Seeblick vom 25. Oktober 2013)

 

Die Stadt Romanshorn hat rund 4,6 Kilometer Seeanstoss, während die Gemeinde Salmsach auf einer Länge von 500 Metern an den Bodensee grenzt. Bei der Frage, ob eine Gemeinde mit Seeanstoss das Label «am Wasser», «am See» oder «Hafenstadt» führen soll, wird häufig die Zugänglichkeit zum Ufer diskutiert. Dazu gibt es verschiedene Gesichtspunkte:

  • Zum einen geht es um die Nutzungsmöglichkeiten für die Bevölkerung, was davon abhängt, ob die Ufer im privaten oder öffentlichen Besitz und ob sie allenfalls als Naturschutzgebiete festgelegt sind.
  • Zum anderen ist von Belang, ob das Siedlungsgebiet ungehindert mit dem See verbunden ist, oder ob Eisenbahngeleise sowie stark befahrene Strassen den Zugang einschränken.

 

 

Ufer ist mehrheitlich öffentlich zugänglich

 

In der Stadt Romanshorn sind 55 Prozent des Ufers öffentlich zugänglich; weitere 13 Prozent sind als Naturschutzzonen bezeichnet. In Salmsach ist das ganze Ufer im öffentlichen Interesse genutzt, wobei 27 Prozent als Badebucht dient, während die übrigen 73 Prozent unter Naturschutz stehen.

 

Romanshorn hat mit dem grössten Hafen am Bodensee und ihrem Seepark eine weit über die Region ausstrahlende Bedeutung. Mit den grossflächigen Umstrukturierungsgebieten in Seenähe bestehen gute Perspektiven für eine weitere Stärkung und Aufwertung der Zentrumsgemeinde.

 

 

Auch Salmsach profitiert von einer zusätzlichen Querungsmöglichkeit der Bahngeleise

 

Die Eisenbahnlinie am Ufer des Bodensees besteht seit Beginn der 1870er-Jahre. Damit wurde der Seezugang erschwert. Zur Querung der Geleise Richtung See wurden drei Bahnübergänge (Bankstrasse, Hafenstrasse und Tobelmühle), eine Passerelle (Badstrasse), drei Unterführungen (Personenunterführung Bahnhof, Hinterwiesenstrasse und Holzensteinerstrasse), sowie die beiden Überführungen «Schlossbergstrasse» und «Friedrichshafnerstrasse» erstellt. Die Überführung Friedrichshafnerstrasse wurde im Jahr 1985 als Zufahrt zur Fähre sowie als neue Erschliessung des Eisenbahnknotens konzipiert und ist heute der einzige Zugang der Salmsacher Bevölkerung zu ihrem Badeplatz und ihrem Bootshafen. Vor 1985 war das SBB-Areal südöstlich des Bahnhofs für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

 

Obschon in Romanshorn eine Vielzahl an Geleise-Querungsmöglichkeiten zum See vorhanden sind, bestehen verschiedene Initiativen sowohl aus Romanshorn wie aus Salmsach, die eine zusätzliche Unterführung für Fussgänger/-innen und Velos am südlichen Ende der Bahnperrons vorsehen. Das Anliegen von Salmsach wird damit begründet, als durch einen südlichen Perronzugang die Distanz der Salmsacher Bevölkerung zum Bahnhof um gut 150 Meter verkürzt würde und die Bodensee-Veloroute von Egnach herkommend über Salmsach bis vor den Romanshorner Hafen östlich der Geleise geführt werden könnte. Gleichzeitig würde eine Unterführung für den Langsamverkehr das Entwicklungsgebiet am Hafen und den Stadtkern mit seinem Einkaufs- und Gastronomieangebot besser miteinander verbinden.

 

Um dieses bereits im Richtplan Hafenareal vom 1. April 2003 erwähnte Vorhaben zur Querung der Geleise im Bereich des «Volksgartens» zu realisieren und die sich ergebenden enormen Chancen zu nutzen, sind verschiedene Akteure von Bund, Kanton, Region, Gemeinden und privaten Anstössern gefordert.

 

 

Nina Stieger, Stadtentwicklerin in Romanshorn