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Inspirierendes aus Ecuador

Zufrieden spielendes Kind im Regenwald
Generationenübergreifender Bewegungspark in Quito
Vorkehrungen für künftige Gebäudeaufstockungen in Kleinstadt
Leistungen werden auf Informationstafeln kundgetan

 

(aus: Seeblick vom 28. März 2014)

 

Angeregt durch das Buch ‚Learning from China‘ des renommierten Schweizer Städteplaners Carl Fingerhuth werden nachfolgend ein paar Eindrücke von einer anfangs 2014 erlebten Reise durch Ecuador festgehalten.

 

 

Begegnungsraum Regenwald

 

Das eindrücklichste Erlebnis in Ecuador war für mich das Kennenlernen von indigenen Bewohnern weit weg von der Zivilisation im Regenwald. Zwar leben die Familien in allein stehenden Holzbauten, doch treffen sie sich regelmässig an Feuerstellen beim Essen. Sie verstehen es, mit ganz einfachen Mitteln wie Yucca, Banane, Fisch und Flusswasser exzellente Mahlzeiten zuzubereiten. Entsprechend geniessen sie ihr Essen. Ihr helles, zufriedenes und herzhaftes Lachen war ebenso wohltuend wie die klaren Geräusche von Wind, Wasser und Fauna.

 

 

Plätze und Parks als Begegnungsräume

 

Ecuador ist flächenmässig etwas grösser als Grossbritannien. Die meisten der rund 15 Mio. Bewohner leben in Städten. Aufgrund des milden Klimas haben Plätze und Pärke eine besondere Bedeutung für das tägliche Leben. So wird der Funktionalität und der Gestaltung der Aufenthalts-, Freizeit- und Erholungsräume sowie der Märkte grosse Beachtung beigemessen.

 

 

Gebäudeaufstockungen

 

In Ecuador ist die innere Verdichtung sowohl in Städten wie auch in Dörfern allgegenwärtig. Viele Gebäude werden so konstruiert, dass sie jederzeit aufgestockt werden können. In Wohnquartieren wird oftmals zuerst das Erdgeschoss gebaut, während der darüberliegende Boden für ein paar Jahre das Dach bildet. Das oberste Geschoss eines Hauses wird häufig für das Trocknen von Wäsche genutzt. Ausgebaut und aufgestockt wird, sobald Bedarf besteht und die finanziellen Mittel vorhanden sind. Im Dorfzentrum oder in Innenstädten werden die Erdgeschosse hingegen in der Regel gewerblich genutzt und darüber Wohn- oder Büroraum erstellt, der ebenfalls bei Bedarf nach oben erweitert werden kann. Diese Art von innerer Verdichtung ist auf Schweizer Verhältnisse aus wohnhygienischen und nachbarschaftsrechtlichen Gesichtspunkten nur beschränkt übertragbar. Hingegen sind Vorkehrungen für das Aufstocken von Bauten, namentlich im öffentlichen Sektor (Schulen, Gesundheitswesen, Verwaltung) gewiss auch in der Schweiz häufig eine zu prüfende Option.

 

 

Gutes tun und darüber reden

 

Gutes tun und darüber reden heisst ein bekannter Spruch, der in Ecuador ziemlich wörtlich umgesetzt wird. Ecuador beabsichtigt nämlich, sich im internationalen Vergleich voranzubringen, durch das Realisieren einer Vielzahl von Infrastrukturprojekten. Dies ist dementsprechend nicht nur wahrnehmbar durch das Antreffen zahlreicher Baustellen, sondern auch durch Informationstafeln, die sowohl geplante Bauwerke wie U-Bahn oder Parkanlagen ankündigen, als auch über realisierte Projekte im Sinne eines Leistungsausweises berichten.

 

 

Erkenntnis

 

Mir ist bewusst, dass in Ecuador klimatisch und gesellschaftlich bedingt, völlig andere Voraussetzungen bestehen als in der Schweiz. Dennoch könnte Verschiedenes auch für unsere räumliche Entwicklung inspirierend wirken.

 

 

Nina Stieger, Stadtentwicklerin in Romanshorn