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Stehen bleiben und Hinblicken lohnt sich

 

(aus: Seeblick vom 30. August 2013)

 

Letzthin hat sich eine mir unbekannte Frau mittleren Alters im Bodansaal neben mich gestellt und mich angeschaut, wie wenn wir uns schon seit jeher kennen würden. Dann hat sie mir die Hand hingestreckt und gemeint, sie wolle mir einfach nur persönlich «Grüezi» sagen. Ich war zuerst etwas verwundert, doch merkte ich bald, dass diese Willkommensgeste sehr wohltuend wirkte. Die Erinnerung an diesen kurzen Augenblick freut mich immer wieder von Neuem. Seither habe ich das Gefühl, ich sei in einer neuen Heimat angekommen.

 

Ein anderes Erlebnis fand im Stadtkern an der Alleestrasse statt, als an einem sonnigen Nachmittag vor einem Einkaufsgeschäft drei Frauen am Glaces schlecken waren. Mir wurde von der Ladenbesitzerin ein Kaffee angeboten. Damit war ich ebenfalls in die Gesprächsrunde einbezogen. Thema war unter anderem, wie die Innenstadt zusätzlich belebt und aufgewertet werden kann.


Sehr fasziniert war ich, als ich mit einem Freund die Bahnunterführung Richtung See ging und er mir sagte: «Stell dir mal vor, du würdest nun durch eine Glaswand hindurch das von Flora und Fauna sowie von den Schiffen und der Witterung belebte Bodenseewasser sehen.» Seither träume ich beim Begehen der Unterführung davon, dass dereinst auch andere Bewohnerinnen und Bewohner sowie die vielen Touristen ein solches Bild vor Augen haben werden, und zwar in der Realität.

 

 

Nina Stieger, Stadtentwicklerin in Romanshorn