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Auf dem Weg zur erwünschten Entwicklung

Ausschnitt aus Richtplan des Kantons Thurgau (www.raumentwicklung.tg.ch)

 

(aus: Seeblick vom 6. Februar 2015)

 

Die Stadt Romanshorn hat eine attraktive Lage am Bodensee und es steht eine noch bessere Erreichbarkeit von St. Gallen, des Flughafens Zürich sowie von Friedrichshafen bevor. Das sind Impulsgeber für eine dynamische bauliche Entwicklung. Dabei stellt sich die Frage, welche räumliche Entwicklung wir anstreben. Das Instrument, um diese wirksam festzulegen, ist der Richtplan. Dieser wird derzeit überprüft.

 

 

Was ist ein Richtplan?

 

Die Aufgabe des Richtplans ist, die räumliche Entwicklung festzulegen und insbesondere die Bodennutzungen und den Verkehr aufeinander abzustimmen. Ein vom Stadtrat erlassener und vom Kanton genehmigter kommunaler Richtplan ist sowohl für die kantonalen wie auch die kommunalen Behörden verbindlich.

 

Mit dem Richtplan werden Nutzungen und Infrastrukturen in den Grundzügen kartographisch dargestellt sowie die geplanten Vorhaben so weit wie möglich räumlich verortet. Im zugehörigen Text wird festgelegt, welche Ziele anzustreben sind und mit welchen Massnahmen diese erreicht werden sollen. Dabei sind Prioritäten zu setzen und es ist festzuhalten, wer Adressat einer Handlungsanweisung ist. So kann beispielsweise bei einer geänderten Führung einer überkommunalen Veloroute auch das kantonale Tiefbauamt betroffen sein.

 

 

Weshalb den Richtplan ändern?

 

Der heute gültige Richtplan der Stadt Romanshorn stammt aus dem Jahr 2001. Viele Punkte, wie beispielsweise das Anstreben von hoher Wohnqualität, das Aufwerten des Strassenraums an der unteren Bahnhofstrasse oder das Erstellen eines unterirdischen Parkhauses im Bereich der oberen Hafenstrasse können beibehalten werden. Hingegen haben sich verschiedene wichtige Rahmenbedingungen geändert. Namentlich die Entscheide der Stimmbevölkerung zur Siedlungsentwicklung nach innen sowie bezüglich Netzbeschluss zur Bodensee-Thurtalstrasse und zur Oberlandstrasse haben zu einer neuen Situation geführt. Zudem erfordern auch die Bevölkerungs- und die Verkehrsentwicklung eine Anpassung des kommunalen Richtplans. Dieser ist auf einen Planungshorizont von 25 Jahren auszurichten.

 

 

Anforderungen an den Richtplan

 

Ein kommunaler Richtplan hat verschiedene Anforderungen zu erfüllen. Einerseits muss er die Ziele und Grundsätze des Bundes und den kantonalen Richtplan (siehe Abb.) berücksichtigen sowie auf nachvollziehbaren Grundlagen basieren. Anderseits ist die Bevölkerung einzubeziehen, indem der Richtplan-Entwurf der Öffentlichkeit zur Mitwirkung unterbreitet wird. Neben der formellen öffentlichen Bekanntmachung steht es der Behörde frei, wie sie die Bevölkerung in den Planungsprozess einbinden will. In Romanshorn hatten sich Interessierte bereits im letzten Jahr an einem Workshopverfahren zur Stadtentwicklung beteiligt.

 

 

Qualität, Verständlichkeit und Wirksamkeit

 

Für einen Richtplan ist wichtig, dass er die erwünschte räumliche Entwicklung verständlich darlegt und Wirkung erzeugt. Auf diese Art können die von der Bevölkerung bei verschiedenen Gelegenheiten deutlich geäusserten Qualitätsverbesserungen, wie zum Beispiel die Belebung der Innenstadt, realisiert werden.

 

Damit der Richtplan seine Aufgabe erfüllt, muss er sich auf das Wesentliche konzentrieren und knapp gehalten werden. Er stellt immer eine Momentaufnahme eines Entwicklungsprozesses dar. Daher werden mit dem Richtplan vor allem zielorientierte Handlungsanweisungen festgelegt.

 

 

Öffentliche Mitwirkung

 

Sobald der Stadtrat den Richtplan-Entwurf zur öffentlichen Bekanntmachung beschlossen hat, wird sich die Bevölkerung mit ihren Anliegen und Vorschlägen einbringen können. Jede interessierte Person kann sich äussern, beispielsweise zu Verkehrsvorhaben, zu Entwicklungsgebieten, aber auch zu Gebieten, die derzeit nicht gezielt umstrukturiert werden sollen.

 

Die öffentliche Mitwirkung ist Mitte dieses Jahres vorgesehen. Alle eingegangenen Rückmeldungen werden geprüft und beantwortet. Danach wird der kommunale Richtplan angepasst und dem Kanton zur Genehmigung eingereicht.

 

Bei der Konkretisierung und Umsetzung des kommunalen Richtplans mittels Zonenplan und Baureglement sowie in Form von Projekten wird die Bevölkerung ebenfalls einbezogen.

 

 

Nina Stieger, Stadtentwicklerin