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Den Ideen freien Lauf gelassen – wichtige junge Stimmen

Gordon Hug möchte weitsichtige Weichen stellen
Flavio Brühwiler erhofft sich einen Ausbau des öffentlichen und Langsamverkehrs

 

(aus: Seeblick vom 21. November 2014)

 

Am Samstag, 22. November 2014, ist es soweit: Die in den letzten Monaten von rund 100 Romanshornerinnen und Romanshornern erarbeiteten Ideen zu einem räumlichen Leitbild werden der Bevölkerung präsentiert. Die Ausstellung in der Aula der Kantonsschule Romanshorn ist von 9.30 bis 16 Uhr geöffnet.

  

„Wir haben unseren Ideen in den letzten Monaten freien Lauf gelassen, gemeinsam Visionen kreiert und auch aussergewöhnliche Perspektiven zugelassen“, freut sich Gordon Hug wohl stellvertretend für viele der rund 100 Workshopteilnehmenden. Nun sei es an der Zeit, diese Erkenntnisse der Bevölkerung aufzuzeigen und damit weiterführende Diskussionen anzustossen. „Veränderung muss immer breit mitgetragen werden.“ Auch deshalb sei ein von so vielen Personen unterschiedlichen Alters, mit verschiedenstem Hintergrund und differenzierter Denkweise geführtes Mitwirkungsverfahren wertvoll. „Ich hoffe, dass die Bevölkerung Interesse zeigt und unsere Visionen noch zusätzliche Blickwinkel bekommen“, sagt Gordon Hug. Der Ur-Romanshorner wünscht sich, dass weitere Dialoge stattfinden und er die Vorstellungen seiner Gruppe auch einmal ganz spontan erläutern darf. „Wo auch immer Diskussionen stattfinden, sie sind wichtig.“

 

 

Jetzt die Weichen setzen

 

Weichen setzen will Gordon Hug vor allem in der Planung. „Mit der Campus-Idee sind wir auf dem richtigen Weg, um Romanshorn als Bildungs- und Sportstadt weiterzubringen.“ Weitsichtig denken und jetzt die notwendigen Voraussetzungen schaffen, lautet denn auch seine Devise. Der 64-Jährige sieht dafür einen rund 15 Hektaren grossen Bereich von der Jugendherberge bis zur Kreuzlingerstrasse. Anker für die Zukunft setzen möchte der pensionierte Versicherungsexperte aber auch am See. Beim Hydrel-Park müsste seiner Ansicht nach für touristische Nutzungen reserviert und entsprechend umgezont werden.

 

 

Es bleibt viel zu tun

 

„Ich träume von einem durchgehenden Uferweg“, sagt Flavio Brühwiler. Genauso wichtig sind für den 22-Jährigen aber auch der Ausbau des öffentlichen Verkehrs und eine gezielte Förderung des Langsamverkehrs. Der ETH-Student ist froh, dass er seine grössten Anliegen in den letzten Monaten in der Gruppe „Wirtschaft und Verkehr“ direkt hat einbringen können. „Die angewandten Beteiligungsverfahren wie World-Café und Zukunftskonferenz waren schon Bestandteil von Vorlesungen.“ Es sei deshalb sehr spannend gewesen, selbst an einem solchen Prozess teilzunehmen. „Ich habe in diesem immer wieder auf mein fachspezifisches Wissen zurückgreifen können“, erklärt der angehende Raumplaner. „Allerdings weckt ein solches Verfahren auch Erwartungen, deren Erfüllung teilweise nicht realistisch ist.“ So werde beispielsweise schon seit Jahrzehnten versucht, ein Ortszentrum zu bilden. „Ich glaube ehrlich gesagt noch nicht ganz daran, dass dies nun gelingt.“ Die Atmosphäre im Raum Bahnhof-/Alleestrasse sei zu unattraktiv.

 

 

Junge Stimmen stossen auf Gehör

 

„Mit den verschiedenen Parkanlagen und Badestellen am See ist die Lebensqualität im Begegnungsraum am See hingegen sehr hoch“, bestätigt der in der Hafenstadt aufgewachsene junge Mann. „Wenngleich die jüngere Generation im aktuell laufenden Mitwirkungsverfahren eher untervertreten war, wurden unsere Stimmen sehr gut aufgenommen.“ Es lohne sich deshalb gerade auch für Junge, sich einzubringen, ist Flavio Brühwiler überzeugt.

 

 

Breit abgestützt

Seit Frühjahr beschäftigen sich rund 100 Frauen und Männer intensiv mit der Weiterentwicklung der Hafenstadt. Neuzugezogene, seit einigen Jahren in Romanshorn Wohnhafte sowie Alteingesessene im Alter zwischen 17 und 73 Jahren haben sich am Workshopverfahren beteiligt. Die in den vier Gruppen Gastro und Einkaufen, Wirtschaft und Verkehr, Kultur und Bildung sowie Freizeit und Sport gemeinsam erarbeiteten Leitsätze und Ideen zum räumlichen Leitbild lassen viele Optionen offen. Im Seeblick lassen vier Teilnehmende ihre Sicht der Dinge Revue passieren. Letzte Woche gaben Petra Keel und Edith Villinger Auskunft.

 

Individuelles Kommen, Begutachten, Zuhören und Diskutieren

Am Samstag, 22. November 2014, stehen im Erdgeschoss des Aulatrakts der Kantonsschule Romanshorn die Türen von 9.30 bis 16 Uhr für die Öffentlichkeit offen. Die Bevölkerung ist eingeladen, während dieser Zeit die Ausstellung individuell zu besuchen. Die mündlichen Präsentationen der Workshoparbeiten dauern von 11 bis 12.30 Uhr. Danach sind alle zu einem Apéro riche eingeladen. Der Input von Beat Pretali, Gemeindeammann Altnau, zur Umsetzung von visionären Seeuferprojekten beginnt um 10.10 Uhr. Die Soziologin Joëlle Zimmerli wird um 09.30 sowie um 14 Uhr Praxisbeispiele zeigen, wie Betroffene zu Partnern werden.