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Ein engagierter Prozess mit vielen Optionen

Edith Villinger wünscht sich, dass die Ausstellung Diskussionen auslöst
Petra Keel hofft, dass am 22. November Entwicklungsschritte sichtbar werden

 

(aus: Seeblick vom 14. November 2014)

 

Rund 100 Personen befassen sich derzeit intensiv mit möglichen Begegnungsräumen in der Hafenstadt. Am 22. November kann die Bevölkerung den spannenden Ideen der Workshopteilnehmenden auf die Spur gehen.

  

Ein Mitwirkungsprozess steht und fällt mit dem Engagement der Beteiligten. Dieses ist im laufenden Workshopverfahren, in welchem sich seit diesem Frühjahr rund 100 Männer und Frauen intensiv mit der Weiterentwicklung ihrer Hafenstadt befassen, sehr gross. Neuzugezogene, seit einigen Jahren in Romanshorn Wohnhafte sowie Alteingesessene im Alter zwischen 17 und 73 Jahren sind daran beteiligt. Die in den vier Gruppen Gastro und Einkaufen, Wirtschaft und Verkehr, Kultur und Bildung sowie Freizeit und Sport gemeinsam erarbeiteten Leitsätze und Ideen zum räumlichen Leitbild lassen viele Optionen offen. Bevor diese Erkenntnisse an der Ausstellung vom 22. November ein Gesicht bekommen, lassen vier Beteiligte ihre Sicht der Dinge kurz Revue passieren. Den Anfang machen Neuzuzügerin Edith Villinger und die seit fünf Jahren in Romanshorn lebende Petra Keel. Mit Gordon Hug und Flavio Brühwiler kommen dann im nächsten Seeblick zwei Ur-Romanshorner im Alter von 64 und 22 Jahren zu Wort.

 

  

Fantasien freien Lauf lassen

 

Für Edith Villinger war das Mitwirkungsverfahren eine gute Gelegenheit, Romanshornerinnen und Romanshorner wie auch die Stadträte persönlich kennen zu lernen. „Gruppenarbeit ist für mich stets erfrischend, weil ein Thema von verschiedenen Gesichtspunkten und persönlichen Meinungen der Beteiligten durchleuchtet wird“, sagt die vor knapp einem Jahr zugezogene Frau. Die Aufbereitung und Vorbereitung der Themen durch die Stadtentwicklerin und die Stadträte seien ausgezeichnet gewesen. „Die Zusammenarbeit in den verschiedenen Teamkonstellationen und mit den herbeigezogenen Fachleuten bis hin zur Konkretisierung der Leitsätze und Verabschiedung am vierten Workshop-Abend waren für mich die Höhepunkte“, freut sich Edith Villinger. In den Gruppen habe es viele Diskussionen gegeben. „In der Gestaltung des öffentlichen Raumes und der Standortförderung hat mir manchmal das WIR-Denken etwas gefehlt.“ Immer wieder einmal habe sie Aussagen wie „Das geht nicht“ oder „Das ist eine heilige Kuh“ gehört. Dabei müsse der Fantasie gerade in einem solchen Prozess möglichst freien Lauf gelassen werden können. „Schlussendlich haben wir uns aber immer gefunden. Die einstimmige Verabschiedung der Leitsätze widerspiegelt dies eindrücklich.“ Die Textilkünstlerin wünscht sich nun, dass die Schlussveranstaltung mit einfach erfassbaren Bildern Interesse und Diskussionen auslöst und zündenden Charakter hat.    

 

 

Alle Türen stehen offen

 

„In pulsierenden Städten wie Zürich scheint vieles schon fertig entwickelt. In Romanshorn kann man aber noch einiges bewegen.“ Das sei faszinierend, findet Petra Keel. Die Stadtzürcherin, die vor fünf Jahren mit ihrer Familie in die Hafenstadt gezogen ist, freut sich deshalb ganz besonders, die Entwicklung ihrer lieb gewonnenen Wohnstadt mitzugestalten. Als der Aufruf zur Mitarbeit an einem räumlichen Leitbild kam, habe sie deshalb nicht lange überlegen müssen. Die 41-Jährige bedauert, dass sie an den ersten Workshop-Abenden nicht dabei sein konnte. „Der Einstieg wurde mir dann aber leicht gemacht.“ Sehr viele Ideen seien in den letzten Monaten zusammengekommen. „So unterschiedlich diese auch sind, alle haben das gleiche Ziel, nämlich die schöne Hafenstadt weiter zu bringen und die attraktive Ausgangslage mit See und Eisenbahnknotenpunkt noch besser zu nutzen.“ Mit dem gemeinsamen Nenner vor Augen sei sehr viel positive Energie entstanden. „Und das wiederum wird vieles auslösen“, erhofft sich  die dreifache Mutter. Es brauche aber nicht nur verbindliche Leitsätze, sondern auch überdurchschnittliches Engagement von Einzelnen. „So können Leuchttürme mit Strahlcharakter entstehen.“ Das grösste Potenzial sieht die ausgebildete Gymnasial- und Yogalehrerin am Hafen. „Wir müssen unser Tor zum Wasser einfach besser nutzen“, sagt Petra Keel während sie vom Kornhaus, Zollhaus und der prächtigen Hafenanlage mit den Promenaden, aber auch von den sich öffnenden Möglichkeiten im Zusammenhang mit einer allfälligen EXPO 2027 schwärmt. Und wenn es gelinge, den Stadtkern wieder attraktiver zu machen, so seien wichtige Schritte gemacht. „Ich freue mich, wenn wir an der Ausstellung vom 22. November unsere Vorstellungen der Bevölkerung präsentieren und in den damit verbundenen Gesprächen und Begegnungen weitere Entwicklungsschritte sichtbar werden.“

 

Individuelles Kommen, Begutachten, Zuhören und Diskutieren

Am Samstag, 22. November 2014, stehen im Erdgeschoss des Aulatrakts der Kantonsschule Romanshorn die Türen von 09.30 bis 16 Uhr für die Öffentlichkeit offen. Die Bevölkerung ist eingeladen, während dieser Zeit die Ausstellung individuell zu besuchen. Die mündlichen Präsentationen der Workshoparbeiten dauern von 11 bis 12.30 Uhr. Danach sind alle zu einem Apéro riche eingeladen. Der Input von Beat Pretali, Gemeindeammann Altnau, zur Umsetzung von visionären Seeuferprojekten beginnt um 10.10 Uhr. Die Soziologin Joëlle Zimmerli wird um 09.30 sowie um 14 Uhr Praxisbeispiele zeigen, wie Betroffene zu Partnern werden.