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Erste Informationen zur neuen Verkehrsführung

 

(aus: Seeblick vom 10. Juni 2016)

 

Der Romanshorner Stadtrat nimmt die Empfehlungen aus dem Workshopverfahren 2014 ernst und schafft schrittweise Voraussetzungen für einen attraktiveren Stadtkern. Am Mittwoch stellte die Behörde das beabsichtigte Vorgehen bezüglich einer neuen Verkehrsführung in der Aula der Sekundarschule vor rund 80 Interessierten vor. Das Echo war grossmehrheitlich positiv. 

 

„Die Bevölkerung wünscht sich ein lebhaftes Zentrum für Wirtschaft, Kultur und Wohnen und hat im letztjährigen Workshopverfahren an den Stadtrat entsprechend klare Empfehlungen formuliert“, erklärte Stadtrat Urs Oberholzer an der Informationsveranstaltung vom Mittwoch. Der Gesamtstadtrat habe die im 2014 von mehr als 100 Personen erarbeiteten Leitsätze nicht nur entgegen genommen, sondern teile diese auch. „Voraussetzung für eine Attraktivitätssteigerung ist eine geänderte Verkehrsführung.“ Deshalb habe diese Thematik nun Priorität, machte der für das Ressort Verkehr zuständige Stadtrat Urs Oberholzer klar.

 

Rahmenbedingungen schaffen und Einbezug Bevölkerung

In den letzten Monaten haben sich die Verkehrskommission und der Stadtrat intensive Überlegungen über Möglichkeiten einer neuen Verkehrsführung gemacht. Diese hat zum Ziel, dem Fuss- und Veloverkehr Vorrang zu geben, mehr öffentlichen Raum für Gastronutzungen zu gewinnen und die Verweildauer auf der Alleestrasse zu erhöhen sowie diese für den Einkauf einladender zu gestalten. Die Behörde könne aber weder Läden betreiben, noch den in der Hafenstadt Lebenden vorschreiben, wo sie einkaufen müssten, sagte Urs Oberholzer. „Wir können jedoch Rahmenbedingungen schaffen, damit sich ein einladendes Zentrum mit Herz entwickeln kann.“ Es liege dem Stadtrat viel daran, die Meinung der Direktbetroffenen sowie der Gesamtbevölkerung abzuholen.

 

Aufwertung und Belebung

Stadtentwicklerin Nina Stieger präsentierte die im Richtplan festgehaltene Verkehrskonzeption, mit welcher schrittweise Voraussetzungen für die Aufwertung und Belebung des Stadtkerns geschaffen werden. Mit verschiedenen Massnahmen an der Alleestrasse, an der Mittleren Gasse sowie im Bereich der Kindergartenstrasse soll der Stadtkern von Schleichverkehr befreit werden. Vorgesehen sind ausserdem ein geändertes Einbahnregime auf der mittleren Alleestrasse und der Mittleren Gasse sowie eine neue Buslinienführung auf den Fahrplanwechsel vom Dezember 2018 (siehe Kasten).

 

Mehr Kunden in der Innenstadt

Das ebenfalls im Richtplan festgelegte Projekt „Gleisquerung Bahnhof-Süd“ soll mit Bundesmitteln aus dem Agglomerationsprogramm der dritten Generation mitfinanziert werden. Diese Mittel werden voraussichtlich ab 2019 freigegeben, so dass die Anlage zwischen 2019 und 2022 realisiert werden sollte. Schon im Hafenrichtplan aus dem Jahre 2002 wurde die Gleisquerung Bahnhof-Süd als Passerelle angedacht. Damit könnte auch die Bodenseeradroute vom Hafenpark kommend in die Alleestrasse und danach über den geplanten Stadtplatz Richtung Schwimmbad geführt werden. Dies mit dem Ziel, mehr Kunden in den Stadtkern zu bringen und die Voraussetzungen für die von breiten Bevölkerungskreisen gewünschte Innenstadt mit Herz zu schaffen. Für den Stadtplatz prüft der Stadtrat im Moment verschiedene Möglichkeiten, unter anderem auch eine schnell und mit geringen Kosten verbundene Variante. Ein allfälliges Projekt muss der Bevölkerung gemäss Kaufvertrag mit dem ehemaligen Eigentümer spätestens bis Ende 2022 zur Abstimmung vorgelegt werden.

 

Positive Signale aus der Bevölkerung

Die rund 80 Anwesenden stellten sich in der abschliessenden Diskussionsrunde grösstenteils lobend hinter die Ideen des Stadtrates und unterstützten die Bestrebungen für einen belebten Stadtkern und der damit verbundenen neuen Verkehrsführung. Die von der Verkehrskommission und der Behörde vorgeschlagene erste Etappe erhält damit Rückenwind. Die Erkenntnisse aus den Gesprächen mit den Direktbetroffenen, der Informationsveranstaltung mit der Bevölkerung und weiteren Involvierten werden in der Verkehrskommission behandelt. Wo nötig werden Anpassungen gemacht. „Wir werden schrittweise vorgehen und die Bevölkerung selbstverständlich weiterhin einbeziehen“, führte Patrick Sieber, Leiter Abteilung Bau und Verkehr aus. Der Stadtrat wird die Verkehrskonzeption voraussichtlich im Herbst verabschieden sowie das Vorgehen zur Detailplanung und die Umsetzung festlegen.

 

 

Die wichtigsten Fragen/Antworten

 

Gibt es vor den Geschäften weiterhin Parkplätze?

Nach wie vor ist jedes Geschäft mit dem Auto erreichbar und Parkplätze sind weiterhin vorhanden. Die Stadt sieht vor, die oberirdischen Parkplätze so zu bewirtschaften, dass  die Gewerbetreibenden davon profitieren und ein Abstellplatz nicht den ganzen Tag vom selben Auto belegt wird. Der Strassenraum in der Alleestrasse wird durch das seitliche Parkieren grösser und ermöglicht publikumsbezogenen Detaillisten, Gastronomen und Dienstleistern einen deutlichen Mehrwert. Neben den oberirdischen Parkplätzen sind derzeit 50 unterirdische, öffentlich zugängliche Parkplätze in der Bodan-Tiefgarage im Bau. Zudem sollen die freien Parkplatzkapazitäten im Coop-Parking besser genutzt werden.

Wie soll die Aufenthaltsqualität im Stadtkern gesteigert werden?

Durch die Beseitigung des Durchgangsverkehrs wird der Stadtkern für das Einkaufen, das Bummeln und die Gastronomie attraktiver. Die Stadt wird öffentlichen Raum für die Boulevardgastronomie und Aktivitäten der Detaillisten zur Verfügung stellen, dabei aber auf erhöhte Qualität achten. Bestehenden und neuen publikumsbezogenen Gewerbebetrieben sollen gute Bedingungen für einladende Erdgeschossnutzungen ermöglicht werden. Vorteilhaft gestaltete Geschäfte beflügeln sich gegenseitig und erhöhen die Verweildauer von Kunden.

Wo sind Bushaltestellen vorgesehen?

Künftig werden um den Stadtkern vier Haltestellen angeordnet und damit nicht nur einzelne Gebäude, sondern funktionale Räume erschlossen und Kundenpotenziale genutzt. Vorgesehen sind Haltestellen beim Bahnhof und in den Bereichen Konsumhof, Heilpädagogisches Zentrum/Coop, Kino/Gemeindehaus/

Jugendherberge sowie beim Einkaufszentrum Hubzelg.

Ist die Zufahrt zum Bahnhof weiterhin möglich?

Sobald die neue Stadtmitte mit zugehörigem Stadtplatz realisiert ist, verändert sich die Nutzung und Ausgestaltung der unteren Bahnhofstrasse. Zufahrten zum Bahnhof (Kiss & Ride) sind von drei Seiten möglich (siehe Abb. 'Verkehrsführung - 1. Etappe'). Zudem sollen die Umsteigebeziehungen zwischen Bus und Bahn verbessert werden.