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Expo2027 – Romanshorn als Standort

 

(aus: Seeblick vom 18. September 2015)

  

Auf dem Weg zur Expo2027 im Raum Bodensee-Ostschweiz haben die drei Trägerkantone St. Gallen, Thurgau und Appenzell Ausserrhoden einen weiteren wichtigen Meilenstein erreicht. Das Siegerkonzept heisst „Expedition27". Romanshorn soll dabei Thurgauer Hauptstandort werden.

 

„Für die Trägerkantone der Expo2027 Bodensee-Ostschweiz ist heute ein ganz besonderer Tag", eröffnete die Thurgauer Regierungsrätin und Vorsitzende des Politischen Steuerungsausschusses, Carmen Haag, die Medienkonferenz zur Präsentation der Ergebnisse des Konzeptwettbewerbs. Unter der Leitung von Professor Angelus Eisinger hatte eine hochkarätige Jury in einem aufwändigen Verfahren über 60 Eingaben bewertet. Daraus ging der Beitrag „Expedition27" einer Kooperation von Hosoya Schaefer Architects, Plinio Bachmann und Studio Vulkan als eindeutiger Sieger hervor.

 

 

Das Konzept ist noch kein Projekt

 

Mit dem Vorliegen des Siegerkonzeptes sei die Landesausstellung in der Ostschweiz ein kleines, aber wichtiges Stück näher gerückt, so Regierungsrätin Carmen Haag. Auch wenn das Siegerteam klare und mitreissende Vorstellungen entwickelt habe, würden die konkreten Inhalte und das eigentliche Gesicht der siebten Landesausstellung erst im Laufe der kommenden Projektarbeiten entwickelt. „Das Siegerkonzept ist also nur - aber immerhin - der Ausgangspunkt einer langen Reise, an deren Ende die Ostschweiz Gastgeberin einer ebenso facettenreichen wie traditionsbewussten und zukunftsorientierten Landesausstellung sein wird", betonte Carmen Haag.

 

 

Das Volk hat das letzte Wort

 

Die Trägerkantone wollen nun auf der Basis des Siegerkonzeptes das eigentliche Bewerbungsdossier zuhanden des Bundes erstellen. Voraussetzung ist ein Ja zur nächsten Projektphase in allen drei Kantonen. Im Kanton Thurgau stimmt das Volk voraussichtlich im Frühsommer 2016 über den dafür nötigen Kredit von 3 Millionen Franken ab. Das Dossier soll Antworten auf zahlreiche offene Fragen geben, ausführliche Machbarkeitsüberprüfungen umfassen, den Finanzbedarf ermitteln, Finanzierungsmodelle vorschlagen und möglichst viele konkrete Rahmenbedingungen der Landesausstellung festlegen. Wird die nächste Projektphase gestartet, muss das Volk in den drei Kantonen (voraussichtlich im Jahr 2018) darüber entscheiden, ob das Bewerbungsdossier mit Machbarkeitsbericht auch tatsächlich an den Bund übergeben werden soll.

 

Expedition27

 

Drei Landschaften, zwei Welten, ein Abenteuer!

 

Romanshorn TG ist Standort, die Küste bis Altenrhein und ihre Stege sind Spielorte der Seelandschaft. Am Standort Winkeln SG werden A1, Kantonsstrasse und Eisenbahn im Zentrum der Stadtlandschaft zur Kreuzung verbunden, die entlang der Strassen auf benachbarte Spielorte ausstrahlt. In der Berglandschaft des Appenzells werden mehrere dezentrale Spielorte ermöglicht und als Tanzböden mit Bezug zum Berg und zueinander permanent (zum Beispiel in Heiden, Teufen und Urnäsch AR) oder temporär bespielt. Der Lebensraum wird so zur Küste, zur Kreuzung und zum Berg, und erhält Struktur, Sinn und Richtung.

 

Drei Eisenbahnringe verbinden diese Bänder und dienen als Haupterschliessung: die Küstenbahn (SBB), die Bergbahn (AB) und die Stadtlandbahn (SOB). Bei der Kreuzung Winkeln werden sie (zum Beispiel mit einer Gondelbahn) zum Umsteigeort zusammengefügt. Der Expeditions-Fahr- und Linienplan nutzt die freien Kapazitäten der vorhandenen Infrastruktur -freie Fahrplanintervalle, temporäre Stationen und ausrangiertes Rollmaterial (umgenutzte Einheitswagen IV) und bedient zusammen mit präzise getakteten Bussen auch kleine und kleinste Spielorte.

 

Verbunden ist alles in einer grossen Erzählung, einem narrativen Geflecht aus alten Sagen, zeitgenössischen Mythen und Zukunftsgeschichten. Die Plots dieser Erzählwelt geben Routen vor, lenken den Blick und umspielen die reale Alltagswelt mit einer zweiten Welt, welche die erste erforscht, deutet oder visionär überschreibt. Die Infrastruktur liefert den roten Faden, Erreichbarkeit ersetzt Dichte, das kollektive Erlebnis den Themenpark. Denn in einer Zeit zunehmender Virtualisierung und allzeit verfügbarer Information bleiben Bewegung, das Erlebnis und die Anmut des Zufalls zwingend physisch.

 

In dieser zweiten Welt, immer wieder neu synchronisiert durch die Bahnen als Wahrnehmungsmaschinen, bewegen sich die Besucher einzeln oder in sorgfältig kuratierten Gruppen in unterschiedlichen Erzählsträngen. Das individuell erlebte oder kollektiv geteilte Abenteuer erweckt die Landschaft und ihre Erzählung zum Leben und macht sie real.

 

 

Artikel zur Expo 2027 in Thurgauer Zeitung vom 11. September 2015

⇒ Sonderbeilage zur Expo 2027 in Thurgauer Zeitung vom 11. September 2015

Artikel zur Expo 2027 in Thurgauer Zeitung vom 12. September 2015