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Mitgestalten heisst, sich aktiv beteiligen

Beispiel der Gestaltung eines Begegnungsraums im Stadtkern von Winterthur

 

(aus: Seeblick vom 14. März 2014)

 

Im 2014 sollen Workshops zum Thema Begegnungsräume stattfinden. Um was geht es da?

Es geht um den Einstieg in ein circa dreijähriges Mitwirkungsverfahren. In der ersten Phase sollen alle möglichen Themen des Lebens in Romanshorn besprochen und in einen räumlichen Zusammenhang gesetzt werden. Dazu beziehen wir uns auch auf die Studie des Büros Güller und entwickeln so eine Grundlage für die Überarbeitung des Kommunalen Richtplans. Wir wollen in den Workshops ein räumliches Leitbild unter dem Thema „Begegnungsräume“ erarbeiten, dabei dürfen Ideen unterschiedlichster Art einfliessen.

 

Das tönt alles etwas abstrakt …

Ganz im Gegenteil, es wird nun sehr konkret. Sobald wir aus dem Haus gehen, begegnen wir anderen Mitmenschen, zufällig auf der Strasse oder im Park, oder ganz bewusst im Verein, Fitnesscenter, beim Einkaufen und anderswo. Junge Menschen halten sich gerne in öffentlichen Räumen auf, zum Beispiel am Bahnhof oder im Park, ältere Menschen fühlen sich dadurch aber manchmal bedroht. Die Frage ist, wie wir solche Räume gestalten wollen, damit alle etwas davon haben. Es sollen konkrete Aufgaben und Projekte definiert und wiederum zusammen mit Interessengruppen entwickelt werden, wie ein Saalersatz oder ein Stadtplatz.

 

Können Sie weitere Beispiele zu den jeweiligen Themen machen?

Zum Thema Einkaufen: Die Einen wollen flanieren, die Anderen mit dem Auto direkt vor den Laden fahren. Das sind auch Begegnungsräume, die es konkret zu definieren und zu gestalten gilt. Das kann aber nur im Dialog mit den verschiedenen Interessengruppen geschehen. Oder das Bedürfnis nach Treffpunkten, zum Beispiel für Sport oder Unterhaltung. Daraus folgen Fragen wie Nutzungen, Standort, Erschliessung mit öffentlichem Verkehr und vieles mehr. Erst wenn diese Rahmenbedingungen klar sind, könnte zum Beispiel eine Studie für eine Mehrzweckhalle in Auftrag gegeben werden. Verkehr ganz allgemein ist von grosser Bedeutung, auch für die Wirtschaft. Im Raum Arbonerstrasse kreuzen Schulwege die Hauptverkehrsachse. Wollen wir deshalb mehr Schulräume in den Aussenquartieren, oder weiterhin alles zentral und bessere Strassenquerungen?

 

Viele Menschen wünschen sich attraktive öffentliche Räume, verstehen aber nicht immer das Gleiche darunter.

Beim Einkaufen haben viele von uns bereits erhöhte Erwartungen an das Ambiente im öffentlichen Raum. Wenn wir die Auswahl haben, suchen wir Orte, wo es uns wohl ist, wo wir auch einen Schwatz machen, uns allenfalls hinsetzen und etwas trinken können. In unserer freien Zeit schätzen wir angenehme Begegnungsräume, am See und in unserem Wohnquartier, sowohl im Sommer wie auch im Winter. Nicht vergessen dürfen wir natürlich auch öffentliche Innenräume wie eine Halle oder ein Saal. Viele Junge wünschen sich Orte zum Ausgehen. Diese uns allen gehörenden Begegnungsräume können wir mitgestalten, indem wir uns äussern, was und wie wir es wollen. Schliesslich wird das auch Investoren und Anbieter von Dienstleistungen motivieren, in unserem Interesse zu handeln.

 

Was haben Romanshornerinnen und Romanshorner schon für Ideen geäussert?

Es gibt ganz viele Ideen, die schon an mich herangetragen wurden und jetzt aufgegriffen werden können. So bestehen Vorstellungen, den Stadtkern von Romanshorn mit Strassenrestaurants zu beleben und einen Marktplatz zu schaffen. Am See habe ich vor allem von jungen Leuten gehört, dass mehr Dolce-Vita-Stimmung am Wasser mit entsprechender Möblierung und Bepflanzung erwartet wird. Dazu gehören auch entsprechende gastronomische und touristische und Angebote wie „Stand-Up-Paddling“ oder Kanuvermietung. Verschiedenenorts wurde auch die Anregung eingebracht, zusätzliche Einrichtungen zur Verbesserung der Fitness für ältere Menschen oder Familien zu installieren.

 

Wer ist eingeladen, mitzumachen?

Die ganze Bevölkerung, Jung und Alt, Arbeiter und Bürolisten, Eltern und Einzelpersonen, Autofahrer und Fussgänger, Sportler und Gemütliche, Kulturinteressierte und Parkgeniesser, selbstverständlich auch Gewerbetreibende, die nicht hier wohnen. Einfach alle, die direkt mit Romanshorn zu tun haben. Wichtig ist, dass die Gruppe bunt gemischt ist und alle Anliegen und Interessen vertreten sind.

 

Die Menschen haben oft viel zu tun. Ist es auch möglich, einen Workshop auszulassen oder später einzusteigen?

Selbstverständlich. Es wäre natürlich schön, wenn möglichst viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer an allen vier Workshops und an der Präsentation im November dabei sind.

 

Weshalb ist es so wichtig, gerade jetzt im 2014 mitzumachen?

Jetzt kann die Zukunft von Romanshorn in ihren Grundzügen mitgestaltet und beeinflusst werden. Wir wollen Ideen und Bedürfnisse konkret festhalten. Dazu dient die Revision des kommunalen Richtplans, wo die künftigen Vorhaben definiert werden. Aus den Ideen sollen Schlüsselprojekte für die nächsten 10 bis 20 Jahre entstehen.

 

Wann werden den Resultaten konkrete Schritte folgen?

Grundsätzlich sollen neben dem räumlichen Leitbild auch vier bis fünf konkrete Schlüsselprojekte definiert werden. Die ersten dieser Projekte können schon 2015 konkretisiert und einer Realisierung zugeführt werden, vorausgesetzt, sie sind breit abgestützt und finanzierbar. Auch bei diesen Umsetzungsschritten wird die Bevölkerung zur Mitwirkung eingeladen. Wir arbeiten aber nach wie vor parallel auch an kurzfristigen Projekten wie zum Beispiel an der Neugestaltung der Bank- und Hafenstrasse.

 

 

An der Entwicklung von Romanshorn aktiv mitwirken

Die Entwicklung von Romanshorn steht vor wichtigen und für die Zukunft wegweisenden Schritten. Jetzt ist für die Bevölkerung der ideale Zeitpunkt um Ideen und ganz konkrete Wünsche einzubringen. Unter dem Motto „Mitgestalten heisst sich aktiv beteiligen“ sind alle Romanshornerinnen und Romanshorner herzlich zur Mitwirkung eingeladen. Ab April werden in öffentlichen Workshops unter dem Themendach „räumliches Leitbild und Begegnungsräume“ folgende Kernpunkte bearbeitet: „Kultur und Bildung“, „Freizeit und Sport“, „Wirtschaft und Verkehr“ sowie „Gastro und Einkaufen“. Die Workshops finden am 1. April, 7. Mai, 18. August und am 18. September 2014, jeweils von 19.00 Uhr bis 22.00 Uhr statt. Die Schlusspräsentation ist für Samstag, 22. November 2014 vorgesehen. Interessierte melden sich bitte bis Freitag, 28. März 2014 bei Stadtentwicklerin Nina Stieger (stadtentwicklung@dont-want-spamromanshorn.ch oder Telefon 071 466 83 37). Der Stadtrat Romanshorn freut sich auf viele aktive Romanshornerinnen und Romanshorner und dankt für die wertvolle Mitarbeit.