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Wohnen im Stadtkern macht Sinn

Gaby Gisel, Otto Vettiger, Thomas Müller, Marcel Muri und Nina Stieger diskutierten mit Stadtammann David H. Bon
Die Anwesenden brachten sich aktiv in die Diskussion ein

 

(aus: Seeblick vom 4. Juli 2014)

 

Am jüngsten Romanshorner Stadtgespräch auf der Alleestrasse stand das Thema „Wohnen in der Innenstadt“ im Fokus. Die Gäste auf dem Podium und die Votanten aus dem rund 70 Personen umfassenden Publikum waren sich dabei einig, dass Wohnen im Stadtkern viele Vorteile hat und es für ein attraktives Zentrum sowohl eine gute Nutzungs- als auch eine soziale Durchmischung braucht.

 

Die Romanshorner Stadtgespräche zu verschiedenen Themen der Stadtentwicklung haben sich etabliert. Am vergangenen Donnerstag ging bereits die dritte Auflage über die Bühne. Rund 70 Personen liessen sich auf der Alleestrasse unter freiem Himmel in einem kurzen Einstiegsreferat vom Zürcher Architekten, Entwickler und Romanshorner Baubeirat Marcel Muri auf die Thematik „Wohnen in der Innenstadt“ einstimmen. In seinen Ausführungen beschrieb er, weshalb auch die Quartierbewohner wichtig für die Läden sind und wie Investoren berechnen, was es für die Einrichtung von Läden und Einkaufszentren braucht.

 

 

Viele Vorteile

 

Was bereits in den Ausführungen des Fachmanns zu hören war, bestätigte sich in den späteren Diskussionen. Wohnen im Zentrum ist aus verschiedenen Aspekten attraktiv. „Man hat alles, was man braucht in Gehdistanz und man muss sich nie Gedanken über einen Parkplatz machen“, betonte etwa Otto Vettiger, der auf dem Podium die Optik des Anwohners vertrat. Wenngleich er hin und wieder unfreiwillig Zeuge von nächtlichen Autorennen werde, so würden die Vorteile der Wohnlage in der Innenstadt bei Weitem überwiegen. „Ich bin sehr glücklich“, schmunzelte der Pensionierte.

 

 

Spielregeln sind wichtig

 

Für Thomas Müller haben die beiden Hafenstädte Rorschach und Romanshorn vieles gemeinsam. „Anders als Romanshorn hat sich in den 90er-Jahren unsere Einwohnerzahl aber erst mal um 40 Prozent reduziert“, so der Rorschacher Stadtpräsident. Seit 2003 habe nun jedoch eine Kehrtwende eingesetzt. Diese sei nicht einfach so gekommen. „Die Entwicklung der Innenstadt ist sehr anspruchsvoll, zum Beispiel wegen der oft komplizierten Besitzverhältnisse von Liegenschaften. Man muss sich sehr aktiv um ein gutes Stadtzentrum kümmern sowie Massnahmen festlegen, um die Wohn- und Einkaufsqualität zu steigern“, erklärte Müller. Die Bevölkerung müsse das aber auch wollen. „Denn Entwicklungsschritte können auch wehtun“, erläuterte der Rorschacher Stadtpräsident anhand seiner Erfahrungen. Wenn in der Innenstadt neuer, qualitativ hochstehender Wohn- und Geschäftsraum für verschiedene Altersklassen geschaffen werde, so sei das ein Gewinn für alle, waren sich Thomas Müller und die Romanshorner Stadtentwicklerin Nina Stieger einig. Beide plädierten dafür, dass dazu Spielregeln bezüglich Öffnungszeiten sowie Gestaltung und Möblierung des Aussenraums festzuhalten sind.

 

 

Mit Leidenschaft zum Erfolg

 

Gaby Gisel, Inhaberin der Modeboutique Max the Store, ist überzeugt, dass mit Passion geführte Läden nicht nur jedes Stadtzentrum aufwerten, sondern dass diese auch mit einem kleineren Einzugsgebiet eine Chance haben. „Ich wünsche mir, dass Leidenschaft auf den ersten Blick bereits in den Schaufenstern erkennbar ist. Wenn sich alle daran halten, profitieren wir im Gesamten“, sagte sie als Vertreterin des Gewerbes. In der von Stadtammann David H. Bon geleiteten offenen Diskussion brachte sich die Bevölkerung aktiv ein.

 

Das Fazit: Wohnen im Stadtkern macht aus ökologischen und ökonomischen Gründen sehr viel Sinn. Zahlreiche Rednerinnen und Redner lobten die hohe Wohnqualität, welche die ländliche Stadt mit den vielen Grünflächen und dem Seeufer biete. „Es wäre schön, wenn wir uns dieser Vorteile noch bewusster werden und diese auch mit Selbstvertrauen gegen aussen vertreten“, brachte es eine Rednerin auf den Punkt. Teilweise wurden aber auch Visionen und Wünsche laut. So etwa, dass in der Innenstadt Hochhäuser kein Tabu sein sollten.

 

 

Nächstes Stadtgespräch am 22. November 2014

 

Das vierte Romanshorner Stadtgespräch wird am Samstag, 22. November 2014 stattfinden. An diesem werden die seit diesem Frühjahr tätigen Arbeitsgruppen ihre Ideen und Vorschläge zur Stadtentwicklung präsentieren.