News     Agenda     Jobs     Links     Kontakt     Impressum     

Romanshorn im Fokus von Architekturstudenten

15.03.2017 09:01



Professor Ruggero Tropeano und seine Architekturstudenten halten viel von Romanshorn und sind voller Ideen für Kornhaus, Schloss und Volksgarten. Dass für eine grosse Semesterarbeit in der Tessiner Universität ausgerechnet die Hafenstadt im Fokus stand, ist das Verdienst der Thurgauer Denkmalpflege. Die Projektarbeiten sind ab 31. März öffentlich zugänglich.

 

Angehende Architekten befassen sich nicht nur mit der Theorie. Praktische Arbeiten sind Bestandteil des anforderungsreichen Studiums. Immer wieder ist deshalb Professor Ruggero Tropeano auf der Suche nach besonderen Städten und Regionen, an denen er und seine Studenten ihrer Kreativität freien Lauf lassen können. „Es gibt viele Gründe, weshalb wir der „Universität della Svizzera italiana Accademia di architettura" Romanshorn empfohlen haben", sagt Bettina Hedinger von der Denkmalpflege des Kantons Thurgau. „Die Hafenstadt ist ortsbaulich und auf Grund der Geschichte höchst interessant", ist die Denkmalpflegerin überzeugt. Als die Anfrage aus dem Tessin kam, sei die Wahl deshalb nicht nur im Hinblick auf eine mögliche Expo 2027 auf Romanshorn gefallen. „Ausschlaggebend war neben der Historie auch die Tatsache, dass Bevölkerung und Behörde eine zeitgemässe Entwicklung der teilweise völlig brachliegenden Denkmäler wie etwa Kornhaus, Schloss und Volksgarten möchten, begründet Bettina Hedinger.

„Bauen" oder „Nichtbauen"

Auch Ruggero Tropeano und seine Studenten, die im letzten Jahr mehrmals in Romanshorn unterwegs waren, sich intensiv mit der Materie auseinandersetzten und schliesslich über mehrere Monate an ihren Ideen und Vorschlägen feilten, sind von der im Süden noch weitgehend unbekannten Stadt begeistert. „Es geht hier nicht nur um das Thema „Bauen", sondern auch um das „Nichtbauen", weiss der Professor für Architektur. „Im topografischen und städtebaulichen Becken des einst wichtigsten und grössten Binnenhafens Mitteleuropas stehen unternutzte und qualitätsvolle Anlagen, die einmalige Projektierungsgelegenheiten gewähren. Das akademische Umfeld bietet aber auch die Möglichkeit ungezwungen Gedanken für zukünftige Nutzungen auszutauschen, zu diskutieren und in Zukunftsplänen zu illustrieren", schwärmt Ruggero Tropeano.

Drei Themen und viele Ideen

Im Volksgarten sehen die Studenten den perfekten Raum, um einerseits Verbindungen zwischen zwei Stadtteilen zu machen und andererseits das Verbindende auch bei der Nutzung in den Fokus zu stellen. Die Vorschläge reichen von einem Kunstgarten bis zum Zentrum für Musik und Jugendkultur mit Cluster-Wohnung. Für das Kornhaus sind Ideen und Projekte mit Markthalle, Theater, Innen- und Aussenbühnen, Fachhochschulen für Boots-Design oder Hangar mit Flugschule für Wasserflugzeuge einerseits sehr unterschiedlich. Anderseits haben alle Arbeiten das Potenzial zum künftigen Leuchtturm. Eine übereinstimmende Meinung fanden der Professor und die 14 Projektbeteiligten bei der Beurteilung des im 17. Jahrhundert erbauten und danach mehrmals baulich veränderten Schlosses. „Das stark umgebaute Bauwerk hat in seiner Einzigartigkeit durch zahlreiche Zubauten verloren", sind die Tessiner Fachleute überzeugt. In den ausgearbeiteten Plänen und Visualisierungen ist das historische Denkmal denn auch mutig von Unwesentlichem befreit und an der einzigartigen Lage thront in den Augen der Kreativsten gar ein qualitätsvoller Neubau.

Interessante Aspekte

Wenn die Ideen der Tessiner Architektur Studenten auch teilweise sehr unkonventionell und überraschend sind, so bestätigen diese doch das Konzept des Romanshorner Stadtrates, welcher qualitätsvollen Städtebau und funktionale Vernetzung von Räumen fördert und fordert. In Absprache mit dem Lehrstuhl Tropeano hat das Amt für Denkmalpflege des Kantons Thurgau angeregt, die Arbeiten der Öffentlichkeit zu präsentieren. Die Stadt Romanshorn unterstützt das Vorhaben und ist überzeugt, dass der frische Blick der Architekturstudenten einen spannenden Beitrag für offene Diskussionen um interessante Entwicklungen in der Hafenstadt leistet. Die Semesterarbeiten der Studenten sind vom 31. März bis zum 27. April in der Offenen Galerie an der Alleestrasse 39 unter dem Titel „Tradition erhalten und pflegen" ausgestellt. Die Vernissage findet am Freitag, 31. März, 18 Uhr, statt.


Zurück zu den News