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Aufruf zur Nähmania - Romanshorn wird Komplizin der BIGNIK-Vision

26.04.2017 09:58



Pro Haushalt vier Tücher: So lautet die BIGNIK-Vision der Stadt Romanshorn. Insgesamt sollen 4‘622 Module à vier Tücher vernäht werden. Das aus alten Stoffresten gemeinsam erstellte Kunstwerk wird im Mai in der Hafenstadt zum ersten Mal auf dem Asphalt ausgelegt und im Juni in das jährlich wachsende BIGNIK-Tuch der Konzeptkünstler Frank und Patrik Riklin am Rorschacherberg integriert. Die Tuchsammelstelle an der Alleestrasse 39 ist ab Samstag offen. Genäht werden kann zu Hause oder an zentralen Nähstellen.

 

Fast in jedem Haus befinden sich auf dem Dachboden alte Stoffreste von Vorhängen, Bettlaken, Tischtüchern oder dergleichen. Alles was weisslich oder rötlich ist, findet am Romanshorner Nähfestival Verwendung. Die aus kleinen Resten auf eine Grösse von 140 x 140 Zentimeter zusammengenähten Tücher bilden die Basis für ein riesiges Picknick-Tuch, welches am 21. Mai mitten in Romanshorn ausgelegt und schliesslich am Rorschacherberg Teil der überdimensionalen rotweissen BIGNIK-Unterlage für die Bevölkerung aus der ganzen Region wird.

 

Zu Hause oder an zentralen Nähplätzen

Die Stoffresten können in der Tuchsammelstelle in der Offenen Galerie an der Alleestrasse 39 jeweils samstags von 11 bis 15 Uhr abgegeben werden. Wer gerne zu Hause selbst näht, kann bereits jetzt beginnen. Die Nähanleitungen liegen in der Tuchsammelstelle auf, können über Telefon 058 346 83 45 bestellt oder auf www.romanshorn.ch heruntergeladen werden. Nähen sollen aber nicht nur jeder zu Hause für sich. Am 19. und 20. Mai zwischen 10 und 22 Uhr kann an den zentralen Nähorten an der Alleestrasse 39 (Offene Galerie), im Wiener Kaffee FRANZL an der Rütistrasse 2, in der SICHTBAR an der Alleestrasse 23 sowie in der Brasserie am Bahnhof auf den zur Verfügung gestellten BERNINA-Nähmaschinen gearbeitet werden. In der Offenen Galerie gibt es ausserdem genügend Platz für Frauen und Männer, die ihre eigene Maschine mitbringen aber gerne in Gesellschaft nähen möchten.

 

Gemeinsam am Wahnsinn arbeiten

Das Romanshorner Nähfestival ist Teil des im Auftrag der Regio Appenzell AR - St. Gallen - Bodensee respektive den beiden St. Galler Konzeptkünstlern Frank und Patrik Riklin lancierten Projekts „BIGNIK“. Das vor fünf Jahren gestartete Kunstwerk soll jedes Jahr grösser werden und in rund 25 Jahren exakt 252‘140 Tücher, respektive genau so viele Einwohner wie in der Region wohnen, umfassen. Das entspricht einer Grösse von über 100 Fussballfeldern. „Beim BIGNIK geht es nicht um einen Anlass im herkömmlichen Sinne, sondern um einen gemeinschaftlichen, konsequent-partizipativen Entstehungsprozess, welcher sprichwörtlich „Grenzen“ bricht. Und zwar auf allen Ebenen. Auch im Kopf. Die dafür notwendigen Ressourcen wie alte Stoffe kommen aus den Kellern oder Estrichen der Bevölkerung. Diese werden gesammelt, vernäht und schliesslich jährlich mit einem gemeinsamen Auslegemanöver zu einem immensen rotweissen Tuch ausgelegt“, erklären Frank und Patrik Riklin die Idee.

 

Romanshorns Mini-BIGNIK-Auslegung

Die in Romanshorn genähten Teile werden in das laufend wachsende grosse BIGNIK-Tuch integriert und dieses Jahr im Juni am Rorschacherberg ausgelegt. Bereits vernähte BIGNIK-Module werden grundsätzlich nicht ausgeliehen. So die riklinsche BIGNIK-Regel: Alle BIGNIK-Module, die selbst genäht wurden, können ausgelegt werden. „Das fördert das jährliche Wachstum des Tuches und verhindert den banalen Konsum ohne aktive Mitwirkung“, so die Riklin-Brüder. „Wir sind gespannt, ob die Romanshornerinnen und Romanshorner es mit vereinten Kräften schaffen, im Mai 18‘488 Tücher à 4‘622 Modulen zu nähen“, sagt Patrik Riklin. „So oder so sind wir neugierig auf die Tuchauslegung in der Innenstadt, welche in dieser Form ein Novum ist.“ Denn BIGNIK könnte sich in Romanshorn zum ersten Mal wie eine Flüssigkeit ausbreiten. „Es quillt aus den Gassen, sucht sich den Weg zwischen den Häusern und findet im besten Fall schliesslich den Weg bis zum See“, blicken Frank und Patrik Riklin mit einem Augenzwinkern voraus.

 

Der Älteste geht mit gutem Beispiel voran

„Auch wenn zum Schluss möglicherweise nicht jeder Haushalt ein eigenes Tuch beisteuert und es in Romanshorn nicht 4‘622 Stoffteile werden. Ganz viele werden jedoch gemeinsam ein grosses Ziel verfolgen, miteinander in Kontakt kommen, darüber reden und damit die Idee des Langzeitprojektes weitertragen“, sagen die Konzeptkünstler Frank und Patrik Riklin. So wie es am Montag auch schon einige im Wiener Kaffee FRANZL in Romanshorn machten. „Eine sauglatte Sache“, findet etwa der 105-jährige Jakob Hug. Wenngleich der frühere Schuhmacher, in dessen Atelier der Einzug der elektrischen Nähmaschine vor einigen Jahrzehnten ein Meilenstein war, schon lange nicht mehr genäht hat, setzte er sich nicht ohne Stolz als erster an die Nähmaschine.

 

Première für Romanshorn

Romanshorn ist in diesem Jahr erstmals Teil des Ostschweizer Projekts „BIGNIK“. Die Vision der Riklin-Brüder, Atelier Sonderaufgaben, beinhaltet, gemeinsam mit der Bevölkerung ein überdimensioniertes Picknick-Tuch zu kreieren, das jährlich weiterwächst. Ausgehend von „déjeuner sur l’herbe“ von Edouard Manet (The Picnic) aus dem Jahre 1863, wird das private Picknick-Tuch der Familie in ein öffentliches BIGNIK-Tuch der ganzen Region übersetzt.

Tuchjagd ist eröffnet

In Romanshorn und der ganzen Region gilt es nun ab sofort, Dachböden und Keller zu durchkämmen und alle weisslichen und rötlichen Stoffreste bereit zu legen. Egal, ob gemustert, mehr beige oder orange oder bordeaux: Je mehr, je grösser, je besser. Die Stoffresten können ab sofort jeweils am Samstag von 11 bis 15 Uhr sowie am Sonntag, 30. April während dem Romanshorner Lenz von 11 bis 17 Uhr in die Tuchsammelstelle an der Alleestrasse 39 (Offene Galerie) gebracht werden. Anhand der Nähanleitung können die eigenen Stoffresten aber auch zu Hause zusammen genäht werden. Pro Person können selbstverständlich auch mehrere Module angefertigt werden. Die zentralen Nähstellen an der Alleestrasse 39 (Offene Galerie), im Wiener Kaffee FRANZL an der Rütistrasse 2, in der SICHTBAR an der Alleestrasse 23 sowie in der Brasserie am Bahnhof sind am 19. und 20. Mai von 11 bis 22 Uhr offen. Die Nähzeiten auf den zur Verfügung gestellten BERNINA-Nähmaschinen können im Voraus reserviert werden (www.romanshorn.ch oder Telefon 058 346 83 45). An den öffentlichen Nähstellen stehen zudem Fachleute zur Verfügung. Das grosse BIGNIK Nähfestival wird in Romanshorn am Donnerstagabend, 18. Mai, 19.30 Uhr, im Kino Roxy mit dem Film "The Story Behind BIGNIK" mit Frank und Patrik Riklin eröffnet und am Sonntag, 21. Mai, ab 12 Uhr bei trockenem Wetter mit der Auslegung des Mini-BIGNIK-Tuches in der Innenstadt abgeschlossen.

 

BERNINA ist Visions-Partner des wachsenden Kunstwerks. Sie stellen 12 neue Nähmaschinen inkl. Betreuung. Weitere Infos und Anmelde-Doodles  


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