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05.10.2017 16:07



Viele Arbeitgebende verkennen die Chancen, die mit diesen Arbeitskräften verbunden sind. Es kann sich um äusserst motivierte Menschen handeln, die sich bei ihrer Arbeit besonders stark engagieren, weil dadurch die Integration und somit ihre Unabhängigkeit vom Sozialamt erheblich gefördert werden. Ausserdem ist dieses Personal sofort vor Ort verfügbar, sodass man nicht im Ausland rekrutieren muss. 

 

Taten statt Worte – Arbeitsintegration bei der Schweizerischen Bodenseeschifffahrt AG, Romanshorn: Zum erfolgreichen Thurgauer Schifffahrtsunternehmen mit rund 110 Vollzeitstellen gehört auch die Gastronomie auf den Schiffen und im Restaurant Hafen. In der Küche vom Restaurant Hafen arbeiten Menschen aus 10 Nationen.  Einer der Glücklichen ist Ilmi Gure Mahamud aus Somalia. Der 28-jährige Somalier ist 2008  in die Schweiz eingereist. „Am Anfang war es sehr schwierig“ erzählt der Vater einer einjährigen Tochter. „Alles war neu für mich und ich musste sehr viel lernen: Deutsch um die Anweisungen der Köche zu verstehen, ohne Diskussion Anweisungen zu befolgen, Pünktlichkeit, und unter Zeitdruck arbeiten.“

 

Seit zwei Jahren ist Herr Gure als Küchenhilfe tätig. Seine direkte Vorgesetzte Dinah Gerster zeigt viel Geduld und unterstützt ihn tatkräftig. Für sie ist klar, dass soziales Engagement zu einem erfolgreichen Betrieb gehört. „Ilmi tut dem Team gut. Neue Themen und Ansichten werden diskutiert und dies ist für alle sehr spannend und bereichernd“.

 

Sprache ist Trumpf
Obwohl Ilmi Gure gut Deutsch spreche, gebe es öfters etwas zu lachen, wenn er Produkte anschreibe. „Manchmal ist es tricky, das Geschriebene richtig zu deuten“ sind sich die beiden mit einem Schmunzeln einig. Der Somalier besucht weiterhin eifrig Deutschkurse und freut sich über seine Fortschritte.
„Ein Flüchtling einzustellen bedeutet im administrativen Bereich einen zusätzlichen Aufwand für den Arbeitgeber, doch es lohnt sich auf jeden Fall“ meint die Geschäftsführerin Andrea Ruf. „Man muss sich im Klaren sein, dass diese Menschen teilweise Geduld und Begleitung brauchen. Wichtig ist, dass die Vorgesetzten mit dem Arbeitgeber am gleichen Strick ziehen um die Mitarbeiter im Arbeitsalltag einzubinden. In jedem Fall sind ausreichende Sprachkenntnisse entscheidend, aber auch der Wille im Gastrobereich zu arbeiten und sich zu integrieren“.

 

Der Begriff "vorläufig aufgenommen" schrecke Arbeitgeber manchmal ab, weiss  Andrea Ruf aus Erfahrung.  „Die Bewilligung kann jährlich beim Kanton verlängert werden und faktisch bleibt die überwältigende Mehrheit der Flüchtlinge mit einem Ausweis F in der Schweiz.“

 

Eine Win-win-Situation
„Unsere Mitarbeiter mit Flüchtlingsstatus sind ein wichtiger und fester Bestandteil unserer Küchenmannschaft. Wir  haben sehr gute Erfahrungen mit Personen aus dem Asylbereich gemacht und sind stolz, dass wir ihnen eine Perspektive bieten können“ sind sich Andrea Ruf und Dinah Gerster einig. „Wichtig sind die Einstellung zur Arbeit und der Wille Neues zu lernen.“ Diese Eigenschaften hätten jedoch nichts mit Herkunft oder Aufenthaltsstatus zu tun, sondern mit der persönlichen Einstellung.  Auch Herr Gure ist glücklich mit seiner Arbeit. Nichts sei so zermürbend, wie ohne Beschäftigung herumzusitzen, weiss er aus eigener Erfahrung zu berichten.  Sein Ziel ist, seiner Tochter Salma eine gute Zukunft zu schaffen.

 


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