Gemeinsam Romanshorn entwickeln
Wohin steuert die Hafenstadt in der räumlichen Entwicklung? In seiner Kolumne "Auf ein Wort" gibt Stapi Roger Martin einen Überblick über laufende und kommende Projekte und sagt, wo er Potential sieht.
Auf Schweizer Seite gibt es wohl kaum einen Ort wie die Hafenstadt, an dem der Bodensee und der Alpstein so schön gemeinsam zu sehen sind. Nebst der Traumlage ist auch die öffentliche Verkehrsanbindung nach allen Seiten phänomenal. Zusammen mit dem Romanshorner Wald macht dies unsere kleine Stadt als Lebensmittelpunkt und Wohnort mehr als attraktiv.
Räumliche Entwicklung und Projekte
Leider zeigt sich die Situation etwas durchzogen, wenn wir die räumliche Entwicklung des ehemaligen Fischerdorfes betrachten. Der Bericht von Espace Suisse zeigte deutlich die Mankos, aber auch die Chancen auf. Es ist mir nun ein Anliegen, den Einwohnenden einen kurzen Überblick über die verschiedenen anstehenden Projekte der Stadt und von Privaten zu geben. Für viele Gebiete sind Vorhaben in Planung, wovon einige noch von der definitiven Genehmigung des neuen Rahmennutzungsplans abhängen, der durch Rekurse blockiert ist. Die Romanshorner Stimmbevölkerung hatte diesem an einer Gemeindeversammlung im Juli 2020 zugestimmt.
Sicherlich allen bekannt ist das Projekt des Hafenhotels, die Gestaltung des östlich am Hafen gelegenen Food Courts mit gastronomischen Angeboten sowie die geplante Seeufersanierung. Ebenso voran kommt die Neugestaltung des Bahnhofplatzes, die im Zusammenhang mit dem geplanten Gesamtverkehrskonzept steht, wie auch die Planung einer von der Bevölkerung schon lange gewünschten Mehrzweckhalle in enger Zusammenarbeit mit den Körperschaften.
Planerisch noch nicht ganz so weit, aber stetig Gegenstand interdisziplinärer Überlegungen sind konkrete Massnahmen für die Belebung der Innenstadt. Blühende Pflanzeninseln und eine attraktive Beflaggung setzen hier erste Zeichen.
Grösstes Entwicklungspotential südöstlich
Bereits in naher Zukunft beschäftigen wird uns die Gestaltung des Sternenplatzes als Begegnungs- und Zentrumplatzes mit einem allfälligen Neubau des Stadthauses. Das Vorhaben soll die Innenstadt dynamisieren und damit auch dem Detailhandel Impulse verleihen.
Das grösste Entwicklungspotential liegt allerdings im Hafenpark. Südöstlich des Bahnhofs neben dem Kornhaus könnte ein neues Stadtviertel mit Wohnkapazitäten für über 1'000 Personen an attraktivster Lage entstehen. Erste Gespräche mit der SBB und dem heute dort ansässigen Gewerbe haben stattgefunden.
Viele weitere Projekte von Privaten begleiten Stadtplanung und Bauverwaltung. Dazu gehören die Gebiete "im Sonnenfeld", Badstrasse (Hydrel-Park), Schützengasse, Mittlere Gasse. Am wohl weitesten fortgeschritten ist das Wohnbauprojekt rund um den alten Standort der Seilerei Fatzer an der Salmsacherstrasse. Und auch beim Volksgarten gibt es Bewegung. Im Bereich Hueb besteht für die städtebauliche Entwicklung weiteres grosses Potential, was es in naher Zukunft zu prüfen gilt.
Zukunft mit der Bevölkerung planen
Nebst allen Innovationen ist es jedoch genauso wichtig, die vorhandene Infrastruktur der Stadt zu pflegen, beispielsweise die Sportplätze, das Seebad oder das EZO. Weiter beschäftigen werden uns zudem das Problem der Lärmemissionen rund um den Verkehr und das Thema Littering. All diese Vorhaben gilt es sorgsam und unter Einbezug der Bevölkerung anzugehen.
Dafür ist geplant, Themen gemeinsam im Rahmen von Werkstadt-Veranstaltungen näher zu diskutieren. Bestenfalls mit persönlichen Treffen, wenn das pandemiebedingt nicht möglich ist, dann mittels Online-Veranstaltungen. Gerade in den aktuellen Zeiten bleibt es wichtig, im Dialog zu bleiben und Rückmeldungen einzuholen. Ich bin sehr zuversichtlich und bedanke mich für das gemeinsame Engagement.
Ihr Roger Martin
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