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Auf ein Wort: Romanshorn im Jahr 2031

Stadtpräsident Roger Martin unternimmt einen Spaziergang in der künftigen Hafenstadt und macht sich Gedanken über den Zusammenhang von Träumen und Wirklichkeit.

Vor ziemlich genau einem Jahr hat Christof Hablützel in seinem Beitrag "Träume" im Seeblick seinen letzten Artikel für das Wellenbrecherteam geschrieben. Er beschreibt darin, wie er durch Romanshorn im Jahre 2030 wandert ohne den "aberdagohtdochnöd-Knopf" zu drücken. Sprich: Der Phantasie freien Lauf zu lassen. Im Hinblick auf die zahlreichen Projekte, die der Stadtrat angedacht hat, möchte ich es nun Christof Hablützel gleichtun und durch Romanshorn im Jahr 2031 wandern.

Sternenplatz wird zur Piazza
Ich starte meine Tour an der Verzweigung Bahnhofstrasse/Hafenstrasse. Ab hier ist die Bahnhofstrasse nur noch einspurig; sie wird als Einbahnstrasse mit Tempo 30 geführt. Die freigewordene Strassenhälfte wurde dazu genutzt, die Gehwege zu verbreitern. Neu gepflanzte Bäume spenden Schatten und erzeugen eine angenehme Umgebungsatmosphäre. Ich schlendere runter zum Sternenplatz, der gesäumt ist von umtriebigen Geschäften und Cafés. Hier ist eine veritable kleine Piazza entstanden, die zum Verweilen einlädt. Fröhlich lachend vergnügen sich Kinder mit dem installierten Wasserspiel. Am Kopfende des Platzes befindet sich das neue Stadthaus, welches ebenfalls ein Café beinhaltet und so allfällige Wartezeiten angenehm überbrückt. Neben der Schützengasse zeigen sich die neuen Wohn- und Geschäftseinheiten.

Ein Stadtteil namens Hafenpark
Vom Sternenplatz aus werfe ich einen Blick hinunter zum Bahnhof. Der neue, autofreie Bahnhofplatz ist eine Visitenkarte der Hafenstadt geworden und überzeugt Einheimische wie Reisende mit seiner hohen Aufenthaltsqualität. Mein Blick geht nun in die Alleestrasse. Ich gehe sie entlang und freue mich an der neugestalteten Flaniermeile, wo Menschen vom motorisierten Verkehr ungestört einkaufen, einen Schwatz halten und in den Strassencafés einen Cappuccino geniessen. Am Ende löst sich die Alleestrasse in den mit Bäumen umsäumten Alleehof auf. Der Spaziergang führt mich 50 Meter weiter zur neuen Gleisquerung, die mich direkt in den neuen Stadtteil "Hafenpark" bringt.

Der Hafenpark ist ein urbanes neues Quartier, das mit Grachten und Grünfläche eine moderne, zugleich aber entspannte, angenehme Atmosphäre verbreitet. In diesem Stadtteil wurde Wohnraum für 1'200 Menschen sowie 800 Arbeitsplätze geschaffen. Der Bau des Quartiers hat massgeblich dazu geführt, dass Romanshorn heute fast 14'000 Einwohner beheimatet. Die Architektur des Stadtteils fügt sich nahtlos an das bekannte Kornhaus an. Der Hafenpark ist ein pulsierendes, aber nicht hektisches Quartier in Seenähe, das auch mit Restaurants und Läden punkten kann. 

Eine Pier für die Hafenstadt: Wie die Baute dann tatsächlich aussehen würde, ist noch nicht bestimmt.

Wo man über den See laufen kann
Ich gehe weiter und passiere die Hafenplattform mit den SBS-Schiffen – wo sich eine eben angekommene, gutgelaunte Gästeschar auf den Weg für eine Stadtführung macht. Ich steuere das Hafenhotel an, das von Geschäftsleuten und Touristen gut nachgefragt wird. Die neu gestaltete Hafenpromenade mit schattenspendenden Bäumen und Staudenbeeten lädt zum Verweilen ein.

Ich setze meinen Weg fort und gehe entlang der Hafenstrasse in Richtung See. Der breite, vom motorisierten Verkehr befreite Boulevard zieht Skatende, Velofahrerinnen und Fussgänger gleichermassen an. Und auch angesichts des attraktiven Gastronomieangebots kommt direkt ein bisschen Ferienstimmung auf. Dann laufe ich sprichwörtlich über den See, und zwar auf der neuen Pier. Als ich die Plattform erreiche, belohnt mich der Marsch mit einem atemberaubenden Anblick. Die Konstanzerbucht, Rorschach und Vorarlberg sind gut zu sehen. Und im Blick zurück sehe ich die Silhouette der Hafenstadt. Was für ein Ort, in dem ich wohnen darf!

Einige von Ihnen werden mir jetzt wohl den Träumer vorwerfen oder gar mit Christof Hablützels "aberdagohtdochnöd" entgegnen. Wer soll das bezahlen? Diesen Menschen möchte ich mit einem Zitat von Vera Weinhold entgegnen: "Ein Traum ist das, wie die Wirklichkeit auch sein könnte."                

Ihr Roger Martin

Stadtpräsident Roger Martin.